Reisen und Nachhaltigkeit? Wie geht das?

Geposted von Dominik Senn am

Wie man traumhafte Reisen und Nachhaltigkeit kombinieren kann 

Der Sommer ist nur noch eine Borstenspitze entfernt. Die dazugehörigen Sommerferien stehen demnach auch schon bald vor der Tür. Nun überlegst du dir, wo es als nächstes hingehen soll. Italien? Spanien? Südafrika? Vietnam?
Zwischen den unzähligen Optionen fällt eine Wahl oft schwer.
Hast du dir bei dieser Wahl schon mal Gedanken gemacht, was für einen Einfluss deine Entscheidung auf Mensch und Umwelt hat?

Vorweg: Reisen ist wunderbar, und das soll auch so bleiben. Es geht in diesem Blogpost nicht darum, reisen schlecht zu machen. Wir möchten dir vielmehr aufzeigen, wie du mit einfachen Schritten etwas Gutes tun kannst – und trotzdem (oder vielleicht sogar umso mehr) eine schöne Zeit haben kannst.

1. Vermeide Flugreisen
Wusstest du, dass die Treibhausgasemission eines Retour-Flugs von Zürich nach New York etwa der alltäglichen Nutzung eines Autos über ein ganzes Jahr hinweg entspricht? Krass oder?
Du siehst, dass das Fliegen einen enormen Einfluss auf unseren persönlichen Co2-Fussabdruck hat. Wir Schweizer sind übrigens Weltmeister im Fliegen. Pro Jahr fliegen Herr und Frau Schweizer durchschnittlich je etwa 10'000 Kilometer. Um den Co2-Ausstoss zu vermindern, überlege dir dieses Jahr mal, ob vielleicht eine Zugreise mit Interrail, eine Busreise oder eine Velotour eine mögliche Option wäre. Klingt zwar nach einem Klischee, aber manchmal ist es in der Nähe genau so schön wie in der Ferne (siehe Bild unten). 

Rothorn Schweiz

Wenn du nicht auf einen Flugtrip verzichten kannst, dann verreise wenigstens nicht nur für vier Tage nach Kapstadt. Nutze lieber die Gelegenheit für eine unvergessliche längere Reise. So fällt es dir vielleicht leichter, nächstes Jahr auf einen Langstreckenflug zu verzichten. Also: Wenn schon, dann schon!

Falls du dieses Jahr bereits einen Flug gebucht hast, kannst du deine Flugmeilen auf MyClimate kompensieren und unterstützt dabei Klimaschutzprojekte. Dies gilt übrigens nicht nur für Flüge. Du kannst auf myclimate.ch deinen jährlichen Co2-Verbrauch schätzen lassen und eine Spende zur Kompensation leisten. Wir kompensieren nach gleicher Logik die entstehenden Abgase des Transportes unserer Zahnbürsten mit MyClimate.

2. Wohne möglichst lokal
Übernachtungen bei Locals sind nicht nur viel erlebnisreicher und authentischer, du unterstützt dabei auch die lokale Bevölkerung. Wenn du etwas Glück hast, zeigen dir die Einheimischen dann auch ihre (oft untouristischen) Lieblingsplätze und -restaurants. Bei grossen Hotelketten profitieren meist nur wenige Investoren vom touristischen Erfolg. Nutze deshalb Buchungsportale wie AirBnB, Couchsurfing oder buche kleine inhabergeführte Hotels, Pensionen oder Bed & Breakfasts. Achte darauf, dass du AirBnB in Ballungsgebieten (z. B. Barcelona oder Amsterdam) wenn möglich vermeidest, denn dort führt das Portal zu Wohnungsnot in den Innenstädten und das treibt bekanntlich die Mietpreise unnötig in die Höhe. 

3. Esse regional
Am besten schmeckt’s regional! Du reist ja nicht extra nach Italien, um dort in einer Fastfood-Kette Burger essen zu können. Achte darauf, dass das Essen keine weiten Lieferwege hinter sich hat. In Italien eine Kokosnuss aus Fiji zu essen ist etwa so sinnvoll, wie am Strand in Fiji eine Lasagne zu bestellen. Falls du dir über die Herkunft, Qualität und Tierhaltung vom angebotenen Fleisch in einem Land nicht sicher bist, kannst du dich in den Ferien auch mal als Vegetarier versuchen. In vielen Ländern ist die Gemüseküche oft sogar raffinierter als die Fleischküche. Zudem tut das der Umwelt gut.

4. Vermeide Overtourism-Destinationen 
Viele Metropolen wie Paris, London oder Prag leiden unter zu viel Tourismus. Besonders bekannt ist das Beispiel Venedig, wo rund 25 bis 35 Millionen Gäste im Jahr anreisen. Auch Island hat Mühe mit dem grossen Tourismus-Ansturm. Abgesehen von den vielen Touristen, wird auch das Angebot touristischer und die Preise höher. Das macht oft wenig Spass. Versuche deshalb Secret Destinations zu bereisen, denn da freut sich die Lokalbevölkerung noch über deinen Besuch! Städte wie Antwerpen fühlen sich viel authentischer und beruhigender an als beispielsweise Venedig, da die Touristenströme dort noch sehr überschaubar sind.

Antwerpen Kaffee

5. Qualität vor Quantität 
Geniesse lieber einen Ort oder eine Sehenswürdigkeit etwas länger und reise nicht nur umher, um immer wieder neu anzukommen! Denn am Ende des Tages zählt nicht die Anzahl besuchter Orte, sondern die Eindrücke. Wenn du alle Orte nur oberflächlich abgrast, ist das oft weniger befriedigend (und stressvoller), als wenn du dich an einem Ort «niederlässt».

6. Kaufe keinen Reiseführer
Informiere dich über Reiseblogs oder frage Einheimische (siehe Punkt zwei oben), was du unternehmen sollst. Diese Art von Reisen benötigt zwar etwas mehr Aufwand (mehr Planungsaufwand) und Flexibilität, jedoch lernst du so Dinge kennen, die nicht jeder Tourist sieht. Sei offen und lass dich überraschen, denn so lernst du das Land besser kennen!

7. Vermeide Tourismusattraktionen mit Tieren
Auf Delfinarien, Walbeobachtungen, Raubtierstreicheln oder Elefantenreiten solltest du zum Tierwohl verzichten. Viele Tiere werden für Touristen mit Gewalt gezähmt oder unter Drogen gesetzt. Nahe an seltenen Tieren zu sein ist zwar sehr spannend, wenn diese aber darunter leiden, macht das keinen Sinn. Integriere stattdessen Schutzprojekt-Besuche in Nationalparks oder Wildtier-Reservoirs und sieh dir die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung an – so wie sie Tag für Tag leben.

8. Mitbringsel
Überlege dir bereits vor der Rückreise, was du deinen Liebsten aus den Ferien mitbringen möchtest. Die klassischen Mitbringsel kurz vor Abflug am Flughafen stammen oft gar nicht aus dem eigentlichen Land. Kaufe die Souvenirs vor der Abreise von Einheimischen und zahle dafür einen fairen Preis.

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