Leitungswasser: Hui oder Pfui?

Geposted von Dominik Senn am

Wir kennen viele Argumente, weshalb gekauftes Mineralwasser besser sein soll als Leitungswasser. Doch woher stammen diese Argumente und sind diese auch aussagekräftig?

Eines vorab: Viele der Argumente stammen aus der Getränkeindustrie und werden uns mit aufwändigen und teuren Werbekampagnen vermittelt.

Wir haben uns einige Stunden mit diesem Thema befasst und können dir nun eine etwas andere Sicht auf das Leitungswasser geben und mit Fakten belegen, weshalb Leitungswasser nicht nur gesünder ist, sondern auch die Umwelt schont: 

Qualität des Trinkwassers

Leitungswasser ist das meistkontrollierte Lebensmittel der Schweiz. Es wird dauernd und automatisiert überwacht und auf feinste Veränderungen überprüft. Zudem werden die Wasserversorger über verschiedene Instanzen kontrolliert, was eine Verunreinigung schier verunmöglicht. Du wirst es kaum glauben, aber die Kontrollinstrumente der Wasserversorger könnten aus der Wassermenge des Bodensees die «Verunreinigung» einer einzelnen Aspirin-Pille erkennen!

Bei Getränken aus Plastikflaschen können durch die nicht durchgehend dichten PET-Flaschen kleinste Mikro-Plastikpartikel in die Getränke gelangen, welche wir mit dem Getränk zu uns nehmen. Auch können gewisse Mikro-Plastikteilchen durch das Öffnen und Schliessen der Flasche ins Getränk kommen. Leitungswasser ist im Gegenzug komplett Mikroplastikfrei und kann unbedenklich aus der Leitung konsumiert werden. Beachte beim Kauf einer Mehrweg-Flasche aus Plastik darauf, dass diese BPA-Frei ist. Bisphenol A (kurz BPA) ist eine chemische Verbindung, welche zur Herstellung verschiedener Kunststoffe verwendet wird. Bei Frauen wirkt BPA wie Östrogene.

Mineralien

Wie bereits angetönt, verfügen die Mineralwasser-Unternehmungen über grosse Werbebudgets, welche die Vorteile von abgefülltem Mineralwasser hervorheben. Wo wir ihnen teilweise recht geben müssen, ist der hohe Mineraliengehalt im Wasser. Gewisse Mineralwasser-Marken verfügen über höhere Mineraliengehalte als das Leitungswasser mancherorts aufweist. Da wir Menschen jedoch den grössten Teil der Mineralien sowieso durch das Essen zu uns nehmen und nicht durch Getränke, ist es nicht wirklich nötig, Mineralwasser zu trinken. 

Übrigens, Lebensmittel wie Linsen, Broccoli, Fisch, Amarant, Pilze, Nüsse und Hirse enthalten besonders viele Mineralien. Wenn du zwischendurch diese Lebensmittel in deinen Speiseplan einplanst, brauchst du kein Mineralwasser zu trinken.

Umwelt

Es ist schon verrückt, dass wir teilweise Wasser aus Fidschi importieren, obwohl wir in der Schweiz über qualitativ hervorragendes Leitungswasser verfügen. Hierzu empfehlen wir dir natürlich, eine Mehrwegflasche zu nutzen und diese mit Leitungswasser zu füllen. Ein Liter Leitungswasser ist dabei rund 450-mal ökologischer als ein Liter Schweizer Mineralwasser und rund 700-mal ökologischer als ein Liter EU-Mineralwasser. Man kann sich also ausdenken, wie nachhaltig abgefülltes Wasser aus Fidschi ist.

Fazit

Du siehst, eigentlich macht das nicht so Sinn, Wasser in abgefüllten PET-Flaschen zu kaufen. Die Qualität des Wassers aus der Leitung ist unschlagbar, du setzt dich keinen Mikro-Plastikpartikeln aus, Mineralien nimmst du anderweitig auf und belastest die Umwelt nicht. Oder wie wir das gerne sagen: Win – Win – Win – Win.

 

Da wir von substainable selbst keine Wasserexperten sind, haben wir uns mit der NPO WASSER FÜR WASSER (WfW) zusammengesetzt und erhielten dabei spannende Einblicke ins Thema Wasser. Weitere interessante Informationen zum Thema Leitungswasser findest du unter wfw.ch/faq

WfW setzt sich stark für die Sensibilisierung zum Thema Leitungswasser ein und unterstützt in Afrika Wasserprojekte. Die NPO ermöglicht den Aufbau von nachhaltigem Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung in urbanen Gebieten von Sambia und Moçambique. Mehr Infos zu WfW findest du hier.

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